Status: Nicht angemeldet

Wegert schließt offenbar 51 Filialen – Entlassungen befürchtet

05.01.2005

Wie die Nachrichtenagentur ddp, Berlin, meldete, macht die offenbar schwer angeschlagene Fotokette Wegert wahrscheinlich 51 ihrer insgesamt 83 Filialen in Berlin und Brandenburg dicht. Diese seien Dienstagfrüh geschlossen und ausgeräumt worden, sagte ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di der Nachrichtenagentur ddp. Bereits am Montag seien von allen Beschäftigten unter einem Vorwand die Geschäftsschlüssel eingesammelt worden. Von dem Unternehmen war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. Von den insgesamt 250 Beschäftigten sollen 187 einen Brief der Geschäftsleitung erhalten haben. Darin wird nach ver.di-Angaben mitgeteilt, dass sich die Umsätze der Wegert-Filialkette nicht erwartungsgemäß entwickelt hätten. „Um auf diese Entwicklung angemessen zu reagieren, ist es zwingend notwendig, einen Restrukturierungsprozess einzuleiten“, teilte Wegert-Geschäftsführer Christian John von Freyend in dem Schreiben mit. Die Betroffenen würden ab sofort von der Arbeit freigestellt. Nach Darstellung einer Wegert-Mitarbeiterin wurde für Dezember 2004 noch Gehalt gezahlt. Die Gewerkschaft vermutet unterdessen schwere finanzielle Probleme und gravierende Managementfehler. «Die Betriebsräte und die Beschäftigten sollen allerdings erst am Freitag darüber informiert werden, wie es weitergeht», sagte ver.di-Handelsexpertin Erika Ritter. „Wir vermuten allerdings, dass die Arbeitsplätze der 187 angeschriebenen Beschäftigten akut gefährdet sind.“ Die 63 Beschäftigten, die keinen Brief der Geschäftsführung erhielten, wurden am Montagabend nach Geschäftsschluss in die Zentrale nach Schönefeld bestellt. Dort mussten sie sich nach ver.di-Angaben kurzfristig entscheiden, ob sie bereit sind, unter veränderten Bedingungen weiter für Wegert tätig sein zu wollen. „Das Vorgehen der Geschäftsleitung ist völlig inakzeptabel und verstößt gegen elementare Umgangsregeln. Abgesehen davon werden gesetzliche Vorgaben massiv verletzt“, kritisierte Ritter. Zum 1. Juli 2004 hatte die Promarkt-Kette sämtliche Geschäftsanteile der Foto-Radio-Wegert Filial-GmbH & Co KG an den ehemaligen Vertriebsleiter Christian John von Freyend verkauft. Nach Insiderinformationen soll es bereits kurz nach Geschäftsübernahme zu erheblichen Problemen unter anderem beim Warenwirtschaftssystem gekommen sein.

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