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Vodafone: Handy-TV "zum Anfassen"

09.06.2006

Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen hat gestern in Berlin eine "DVB-H Fußball Lounge" eröffnet. Mit der Einrichtung im Obergeschoss des Restaurants "Il Punto" (nicht weit vom Reichstag) will der Mobilfunk-Konzern während der Fußball-WM Handy-TV "zum Anfassen" präsentieren. "Fernsehen unterwegs wird eine große Rolle spielen", ist sich Joussen sicher. Gleichzeitig weiß er aber auch, dass es nicht reicht, wenn eine kleine spezifische Nutzergruppe die neue Technologie adaptiert. "Wir brauchen genügend Kunden mit Zahlungsbereitschaft, sonst können wir auch bei UMTS bleiben." Da UMTS eigentlich eine Technologie zur Vermittlung von Datenpaketen und kein Rundfunk im eigentlichen Sinne ist, wäre auf diesem Wege kein Massenmarkt des Handy-Fernsehens möglich: Bei zu großer Auslastung könnte die Qualität der Übertragung deutlich leiden oder diese sogar völlig zusammenbrechen. Joussen meint, "einige Millionen" Zuschauer müssten sich mindestens fürs mobile Fernsehen begeistern.

Der von Vodafone bevorzugte Handy-TV-Standard DVB-H hat aufgrund regulatorischer Fragen zur WM den Start in den Massenmarkt nicht geschafft. Der Vodafone-Chef appelliert in diesem Zusammenhang insbesondere an die Medienpolitiker in den Bundesländern, gemeinsam den Willen zur Freigabe von Frequenzen für DVB-H zu haben, diese bundesweit zur Verfügung zu stellen und die bestehenden Regulierungsprobleme aus dem Weg zu räumen. Gleichzeitig distanzierte sich Joussen erneut vom alternativen DMB-Standard, mit dem unter anderem der Serviceanbieter debitel gerade an den Start gegangen ist. DMB sei zu schmalbandig, dafür brauche man das Rundfunkmedium nicht. DVB-H werde dagegen schon beim Start mit 26 Kanälen aufwarten.

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