Ob SED-TV wie geplant im Herbst in den Markt kommen wird, steht jetzt erneut in den Sternen: Ein Gericht im US-Bundesstaat Texas hat einen Patentstreit gegen Canon entschieden und gefährdet so den Start der neuen Flachfernseher-Technik. Die Richter befanden, dass der japanische Imaging-Konzern die Rechte des Technikunternehmens Nano-Proprietary verletzt habe, das ein entscheidendes Detail für die Bildschirmtechnik SED geliefert hat. Analysten sind überzeugt, dass die Investitionen teilweise verloren sind, wenn Canon die Lizenz verliert. Ein Sprecher von Canon wies darauf hin, dass allerdings die Möglichkeit einer Berufung bestehe.
Nano-Proprietary hatte Canon die umstrittene Technik lizenziert, Canon hatte das Verfahren jedoch in das SED-Gemeinschaftsunternehmen mit Toshiba eingebracht. Um die Lage zu retten, hatte Canon die Anteile Toshibas an dem Gemeinschaftsunternehmen SED im Januar übernommen (INPHO-News berichtete). Die Trennung kam den Richtern jedoch zu spät.
Durch die Niederlage könnte Canon Analysten zufolge paradoxerweise viel Geld sparen: Marktbeobachter räumten dem neuen TV keine ausreichenden Marktchancen ein, um die Investitionen in komplett neue Fabriken zu rechtfertigen. Plasma und LCD haben ihre "Kinderkrankheiten" größtenteils überwunden und sind inzwischen ausgesprochen preiswert zu haben. Damit sieht die Wettbewerbs-Situation ungünstig für SED TV aus: Die Technologie wollte sich die Konsumenten-Gunst über exzellente Bildergebnisse sowie geringen Stromverbrauch sichern.

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