Zum 29. Januar wird Canon alle ausstehenden Aktien an der SED Inc. von Toshiba übernehmen. Dies haben die beiden Unternehmen jetzt bekannt gegeben. Das Joint Venture sollte die Entwicklung der SED TV-Technologie vorantreiben und zur Marktreife bringen (SED = Surface conduction electron emitter display). Gerade Canon setzte große Hoffnungen auf die TV-Technik, um so in den UE-Markt einsteigen zu können.
SED TV hatte bereits viele Vorschuss-Lorbeeren geerntet, da Experten aufgrund der Bilderzeugung, die sich an die CRT-Technologie anlehnt (CRT kommt in herkömmlichen Bildröhren zum Einsatz), sehr gute Bildergebnisse erwartet hatten. Im letzten Jahr jedoch sorgte SED TV überwiegend dadurch für Schlagzeilen, dass der Marktstart immer wieder verschoben wurde.
Nach Angaben einer offiziellen Mitteilung vollzogen die beiden beteiligten Unternehmen jetzt diesen Schritt, weil das texanische Unternehmen Nano-Proprietary sich weigerte, bestimmte Lizenzen für Patente, die Canon zur Verfügung gestellt wurden, ohne weiteres auf Toshiba auszudehnen. Mit dem jetzt vollzogenen Schritt steht auch in Frage, ob eine auf dem Toshiba-Gelände im japanischen Hyogo geplante SED-Panelproduktion jemals entstehen wird, die ursprünglich 1,9 Milliarden Dollar kosten sollte.
Mit Blick auf die gegenwärtigen Ereignisse meint Ryohei Katsura, Analyst von Mizuho Securities Co., die Erwartungen, dass SED-Fernseher mit LCD- und Plasma-Fernsehern mithalten könnten, seien deutlich zurückgegangen. Jetzt, wo es in Frage stünde, ob es jemals einen Massenmarkt für SED TV gäbe (Canon hat im Gegensatz zu Toshiba keinerlei Erfahrungen im TV-Business), müsse Canon sich entscheiden, ob man sich nicht zugunsten anderer Wachstumstreiber von SED verabschiede.
Nach Aussagen von Canon will man SED-Displays jetzt "im kleineren Umfang" in den eigenen Fabriken bauen, um in Japan am geplanten Marktstart im vierten Quartal 2007 festhalten zu können. Auch Toshiba ist weiterhin an der Technologie interessiert und sagte, man wolle Canon Geräte abkaufen, um sie dann unter eigenem Markennamen zu vermarkten.

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