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Notwendig? EU will MP3-Player-Nutzer vor sich selber schützen

03.02.2009

Man könnte hier wieder einen neuen Anfall von Brüssels Regulierungswahn vermuten - wäre das Thema nicht so ernst, jedoch leider viel zu oft wortwörtlich heruntergespielt: Nach aktuellen Prognosen stehen in Europa rund 10 Millionen Menschen in der Gefahr, sich durch zu häufige MP3-Player-Nutzung in zu hoher Lautstärke ihr Gehör nachhaltig zu schädigen. Dabei könnten mittelfristig mehrere hunderttausend sogar bei völliger Taubheit enden.

Ein brisantes Thema - auch für EU-Kommissarin Meglena Kuneva (Foto), die jetzt zu einem gemeinsamen Treffen von Beamten, Lobbyisten der Industrie, Verbraucherschützern, Wissenschaftlern, Vertretern der Mitgliedsländer sowie der Schwerhörigenverbände in Brüssel einlud. Einen ganzen Tag wurde über die beliebten und wegen ihrer "Nebenwirkungen" nicht unbedenklichen Abspielgeräte diskutiert.

Die Reaktionen aus der Industrie waren jedoch verhalten und ablehnend: Für die Hersteller ist es völlig indiskutabel, Grenzwerte in ihre Geräte "einzubauen", die Verbraucher daran hindern, über das gesunde Maß aufzudrehen. Der Grund liegt auf der Hand: Eine konzertierte Aktion aller MP3-Player-Produzenten ist kaum vorstellbar, und die Furcht, dass Konsumenten, die gerne "Gas geben", zu den Herstellern ohne Lautstärke-Limit abwandern, sitzt wahrscheinlich zu tief.

Bei Nokia könnte man sich immerhin vorstellen, bei Überschreiten der gesundheitlich vertretbaren Lautstärke einen Warnhinweis auf dem Handydisplay erscheinen zu lassen. Ansonsten beruft sich Nokia-Sprecher Pekka Heikkinen darauf, dass Konsumenten ja selbst in der Lage sein müssten, eigenverantwortlich mit ihrer Gesundheit umzugehen. Bei Apple wiederum stellt man sich völlig quer, was zum Beispiel die Etikettierung der iPod-Verpackungen mit Warnhinweisen angeht. Man weise ja schon ausdrücklich in der Bedienungsanleitung auf das Thema der zu hohen Lautstärken hin, so Apple-Vertreter Tom Brookes. Doch wieviele Konsumenten die Bedienungsanleitung gründlich lesen, geschweige denn in die Hand nehmen, ist hinlänglich bekannt ...

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