Status: Nicht angemeldet

Kodak verkauft OLED-Geschäft an LG

09.12.2009

Dass es nicht nur wichtig ist, neue Technologien zu entwickeln, sondern sie auch effizient zu vermarkten, belegt (leider) einmal mehr Kodak. So macht zurzeit die Nachricht die Runde, dass die US-Amerikaner ihr OLED-Geschäft an LG Electronics verkaufen.

Bei der Kommunikation seitens Kodak werden in diesem Zusammenhang Erinnerungen an die vergangenen Jahre wach: So erfährt der geneigte Leser (mitunter erstmalig), dass das Imaging-Unternehmen in den 70er Jahren zu den ersten gehörte, die die Leuchteigenschaften von bestimmten organischen Materialien entdeckte und seitdem, gerade in den 1980ern, wichtige Ergebnisse erzielte, die bis heute zu den wesentlichen Grundlagen der OLED-Technologien gehören. Im Lauf der vergangenen drei Jahrzehnte "sammelte" Kodak nahezu 2.000 Patente in Sachen OLED-Technologie.

Ähnlich kommuniziert hatte Kodak, das laut Marktbeobachtern dramatisch zu spät auf den Digitalfotografie-Zug aufgesprungen ist, in der jüngeren Vergangenheit bezüglich seiner Pionierleistungen im Bereich der digitalen Imaging-Technologien. So hatte das Unternehmen hier ebenfalls in den 70er Jahren die Nase vorn und entwickelte die erste Digitalkamera der Welt. Doch diese schaffte erst sozusagen "posthum" den Sprung aus den Forschungsabteilungen von Kodak in die Öffentlichkeit.

Hier wie dort offenbart sich damit laut Marktbeobachtern eine der entscheidenden momentanen Schwächen des angeschlagenen Konzerns: Es fehlt offenbar der Mut und die Kraft, technische Errungenschaften und bahnbrechende Innovationen aus der F&E-Schublade zu befreien, konsequent zu Ende denken und dann im Markt nach vorne zu bringen. Das hat Kodak schon beim Digital Imaging anderen überlassen - und wird es wohl auch im Falle OLED wieder tun.

Im Bereich OLED exisitert bereits seit Mitte 2008 eine Vereinbarung zwischen LG und Kodak. Nach Ansicht von Marktkennern will der koreanische CE-Hersteller mit dem Kauf seine Kräfte im Bereich dieser Displays bündeln, um so beispielsweise zu Samsung, die das Thema offensiv vorantreiben, aufschließen zu können.

Kodak wiederum hält sich in eigenen Worten im Rahmen dieses Deals die Option offen, weiter auf die OLED-Technologie zuzugreifen und diese in verschiedenen Produkten einzusetzen. Außerdem sei im Rahmen eines Abkommens gewährleistet, dass beide Firmen "weiten Zugriff" auf die jeweiligen Patente des anderen Unternehmens nehmen können.

Zu der Transaktion sagte OLED-Managerin Laura Quatela, die OLED-Technologie sei "fundamental" für das Geschäft von Kodak, doch um den vollen Wert dieses Geschäftes auszuschöpfen, wären "signifikante Investitionen" notwendig geworden. Man habe schon früher dieses Jahr angekündigt, OLED wäre eines der Geschäftsfelder, dass man repositionieren wolle, um Kodaks "Wettbewerbsvorteil zu maximieren". Die gegenwärtigen Vorgänge lägen genau auf der Linie der geplanten Strategie, so Quatela.

Das Foto zeigt ein Kodak-Produkt, das im Rahmen der photokina 2008 präsentiert wurde, laut Unternehmen seinerzeit der erste OLED-Bilderrahmen der Welt.

zurück zur Übersicht


Aktuelles Heft

MiniLAB Spezial

Einkaufsführer und komplette Marktübersicht über alle in Deutschland angebotenen kompakten Schnelllabors.Übersichtlich in bebilderten Checklisten geordnet. Mit den aktuellen Geräteneuheiten, Informationen zum Markt und zu Fragen rund ums MINILAB-Marketing.

Werbung