Das Wachstum bei Digitalkameras wird in den USA 2006 seinen Höhepunkt erreichen. Hersteller müssen sich deshalb künftig einerseits auf junge Märkte, andererseits auf Randaktivitäten wie die Datenspeicherung und den Druck von Bildern konzentrieren, so das Marktforschungsunternehmen Infotrends.
Nachdem in der jüngeren Vergangenheit Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich drin waren, werden laut Infotrend in diesem Jahr in Nordamerika voraussichtlich 28 Millionen Digitalkameras ausgeliefert, das sind rund sieben Prozent mehr als 2005. Das Marktwachstum soll sich nach Ansicht der Marktforscher bis Ende des Jahrzehnts ungefähr auf diesem Niveau einpendeln, so Infotrends. Für Westeuropa rechnet Analyst Paul Withington, Marktforscher bei IDC, für die kommenden Jahre mit einer schwächeren Entwicklung: "Wir erwarten, dass der Markt nahezu stagniert." In Japan hat das Geschäft bereits 2004 mit acht Millionen ausgelieferten Digitalkameras seinen Höhepunkt erreicht.
Bislang ging es vor allem um Marktanteile, angesichts sinkender Kamera-Absatzzahlen geht es jetzt in den "satten" Märkten verstärkt um Folgegeschäfte: Druck, Bearbeitung oder Speicherung von Fotos. Wachstumsperspektiven eröffnen sich in neuen Märkten, in denen die Nachfrage gerade erst richtig in Fahrt kommt. Weltweit sollen daher die Auslieferungen von Digitalkameras weiter steigen, bis 2010 um sechs Prozent jährlich auf 104 Millionen Geräte. Besonders stark ist das Wachstum derzeit in Osteuropa, Lateinamerika, China, Indien und Südkorea. Die Auslieferungen in die Schwellenmärkte Asiens dürften sich in diesem Zeitraum etwa verdreifachen.
Die Regel des vergangenen Jahres, dass D-SLR das Zugpferd ist und bleibt, greift auch 2006. "Wir erwarten einen deutlichen Anstieg bei dem Verkauf digitaler Spiegelreflexkameras auch durch den Einstieg von Konzernen wie Panasonic oder Sony", so Paul Withington, Analyst bei IDC.
Bei den digitalen Kompaktkameras wird der Wettbewerb durch unverschämt gute Fotohandys immer schärfer. "Wir prognostizieren einen starken Rückgang bei Kameras mit einer Auflösung von drei Millionen Pixeln", so Withington mit Blick auf die aktuellsten Handy-Trends.
Infotrends-Analyst Ed Lee sieht große Chancen für den Digitalkamera-Markt ob der großen Bilderflut, die in den kommenden Jahren rollen wird - und zwar nicht nur wegen der Potenziale in der Bildentwicklung. Konsumenten würden sich bald nicht mehr in der Lage sehen, ohne Hilfsmittel die Menge ihrer Bilder wortwörtlich zu durchblicken. Doch die Metadaten, die eine Menge zusätzlicher Information enthielten, seien hier eine Hilfestellung. "Noch sind die Menschen nicht bereit, für Software zum Speichern und Verwalten zu zahlen, aber letzten Endes werden sie Hilfsmittel und Dienste benötigen." Damit eröffneten sich in Zukunft ebenfalls neue Erlösquellen.

Einkaufsführer und komplette Marktübersicht über alle in Deutschland angebotenen kompakten Schnelllabors.Übersichtlich in bebilderten Checklisten geordnet. Mit den aktuellen Geräteneuheiten, Informationen zum Markt und zu Fragen rund ums MINILAB-Marketing.