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iSuppli-Prognose nach dem Erdbeben in Japan

"Weltweiter Elektronikmarkt wird betroffen sein"

15.03.2011

Die Marktforscher von iSuppli haben eine Prognose vorgelegt, mit welchen Auswirkungen durch das Erdbeben auf die weltweite Elektronik-Industrie in diesem Jahr zu rechnen ist. Demnach ist mit einer deutlichen Verknappung bestimmter hochspezialisierter Komponenten zu rechnen, die in der Folge eine dramatische Verteuerung nach sich ziehen könnten. Ganz oben auf der Liste stehen unter anderem Speicherkomponenten (NAND Flash Memory), Microcontroller, Panels für LCD-Bildschirme sowie LCD-Teile und -Materialien.

Nach Angaben von iSuppli ist Japan außerdem der weltweit größte Lieferant (60 Prozent) von Silizium, dem wichtigsten Grundmaterial, um Halbleiter Chips herzustellen (Foto). Sollte die Versorgung aufgrund von infrastrukturellen und logistischen Problemen in Japan verlangsamt oder gar unterbrochen werden, könnte dies weitreichende und vor allem langwierige Auswirkungen auf die gesamte weltweite Elektronik-Industrie nach sich ziehen.

Da es weltweit noch einen gewissen Vorrat an genannten Materialien und Komponenten gibt, wird die Verknappung erst Ende März oder Anfang April die Märkte beeinflussen. Und weil die Endgeräte-Produktion dann wiederum eine gewisse Zeit beansprucht, sollen zum Beispiel die Auswirkungen auf Endverbraucherpreise bei elektronischen Gütern deutlich erst im dritten Quartal dieses Jahres zu Tage treten.

Obwohl eine Verknappung bis dato noch nicht zu spüren ist, sind in bestimmten Bereichen die Preise für Komponenten bereits gestiegen. So erhöhten sich beispielsweise die Spot-Preise für Nand-Halbleiter, die etwa in Smartphones verwendet werden, bereits am Montag um mehr als 20 Prozent. Auch am Dienstag ging der Anstieg weiter. iSuppli führt dies auf die "psychologischen Auswirkungen" der Katastropohe zurück. Ein Fünftel der weltweiten Chip-Produktion erfolgt in Japan.

Anders als viele Hersteller von elektronischen Gütern, die mehr oder weniger starke Schäden und in Folge zeitweiligen Produktions-Stillstand vermelden mussten, sind die Standorte der Komponenten-Industrie in der Regel weit vom Epizentrum entfernt, die Schäden gering. Dennoch sind es gerade die logistischen Probleme bei der Rohmaterial-Anlieferung und beim Versand sowie das Ausbleiben der Mitarbeiter, außerdem die bleibenden Probleme der Stromversorgung, die zu großen Produktionsverzögerungen führen können.

(Foto: Pixelio.de / Foto-Fine-Art.de)

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