Kodak steckt bekanntlich in einer Krise. Nach dem der Aktienkurs des Konzerns in den vergangenen Tagen deutlich nach unten gegangen war, widersprachen die Amerikaner zwar Gerüchten, man plane einen Insolvenzantrag.Der ehemals größte Fotokonzern der Welt dementierte aber nicht ausdrücklich einen Bericht der Finanznachrichtenagentur "Bloomberg", wonach ein Antrag geprüft worden sei. Daraufhin verlor die Aktie des Unternehmens am Freitag fast 54 Prozent ihres Wertes auf nur noch 0,78 Dollar. Nach der Kodak-Stellungnahme erholte sich das Papier nachbörslich allerdings wieder um gut 35 Prozent.
"Kodak will allen seinen Verpflichtungen nachkommen und hat keine Absicht, einen Insolvenzantrag zu stellen", erklärte das Unternehmen. Kodak dementierte den Bericht über die Überlegungen zugleich nicht ausdrücklich: "Es ist nicht ungewöhnlich für ein Unternehmen im Wandel, alle Optionen zu prüfen und eine Vielfalt externer Berater zu engagieren."
Bloomberg hatte unter Berufung auf drei "informierte Personen" gemeldet, Kodak prüfe einen Insolvenzantrag. Auslöser für die Überlegungen sei der laufende Verkauf seines Patent-Portfolios. Mögliche Käufer machten sich Sorgen, da ein Verkauf als betrügerisch eingestuft werden könne, falls Kodak tatsächlich insolvent sei, hieß es zur Begründung. Dann könnten Gläubiger mit dem Vorwurf klagen, dem Unternehmen seien Werte entzogen worden. Am Samstag wolle Kodak die nächste fällige Zahlung von 14 Millionen Dollar zur Bedienung seiner Schulden leisten, sagte der Sprecher der Agentur Bloomberg.
Bereits am Montag voriger Woche war die Kodak-Aktie um fast 27 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, 160 Millionen Dollar aus einer Kreditlinie zu ziehen. Der Zeitpunkt eine Woche vor Quartalsabschluss hatte Anleger alarmiert: Es machte sich die Befürchtung breit, das Unternehmen habe schlicht nicht mehr genug Geld. Kodak wies dies zurück. Ein Sprecher begründete den Kredit damit, dass zwei Drittel des Geschäfts im ersten Halbjahr im Ausland anfielen und Kodak beschlossen habe, das Geld nicht in die USA zu bringen - viele amerikanische Unternehmen halten das so aus steuerlichen Gründen.
Konzernchef Antonio Perez versucht derzeit, das 131 Jahre alte Unternehmen als Druck-Spezialisten neu zu positionieren. Um die Finanzen aufzubessern, griff Kodak in den vergangenen Jahren auch zu Patentklagen und bietet derzeit rund 1.100 Patente zum Verkauf an. Bis Ende des Jahres sollen die Bargeldreserven mit Verkäufen unter anderem des Patent-Portfolios nach bisherigen Plänen auf 1,6 bis 1,7 Milliarden Dollar steigen.
Link: www.kodak.de

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