Nach Angaben des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels (HDE) ist der deutsche Einzelhandel mit dem vergangenen Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden: Im November und Dezember konnte der Vorjahresumsatz übertroffen werden. Im Saisongeschäft zeigte sich, dass die Verbraucher Geschenke immer später kaufen. So konzentriert sich das Hauptgeschehen zunehmend stärker auf die beiden letzten Wochen vor Weihnachten. Der Verkauf in der Vorweihnachtszeit steigerte sich von Woche zu Woche. Höhepunkt war die Woche vor dem vierten Advent. Rund 70 Prozent der befragten Einzelhändler waren mit der Umsatzentwicklung in dieser Zeit zufrieden. Gerade in den Tagen vor Heiligabend setzten die Kunden besonders auf hochwertige Geschenke wie etwa Parfüm und Schmuck. Dank der sinkenden Temperaturen war dann endlich auch warme Winterkleidung gefragt. Renner im Weihnachtsgeschäft waren ebenfalls Unterhaltungselektronik, Möbel und Einrichtungsgegenstände. Etwas hinterher hinkten Spielwaren und Bücher.
Das bisherige Ergebnis des Weihnachtsgeschäfts stärkt die Zuversicht, dass der Einzelhandel das Jahresziel für 2006 von einem nominalen Plus von 0,75 Prozent erreicht hat. Das bedeutet für die Branche allerdings real nur Stagnation. Der Einzelhandel entwickelte sich im vergangenen Jahr erneut deutlich schwächer als die Gesamtwirtschaft. So bleibt 2006 trotz des versöhnlichen Ausklangs durch das Weihnachtsgeschäft insgesamt ein mageres Jahr für den Einzelhandel.
Jetzt geht es weiter mit einem gigantischen Rabattfeuerwerk, mit dem der Einzelhandel auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer reagiert. „Nach dem munteren Weihnachtsgeschäft waren die Läden auch in der ersten Januarwoche gut besucht. Die Kunden freuen sich, dass sie die Mehrwertsteuererhöhung noch nicht trifft, und nutzen die zahlreichen Sonderangebote“, so der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Der HDE rechnet jedoch damit, dass die Rabattwelle ab der zweiten Januarwoche abebben werde, um zum Winterschlussverkauf ab dem 22. Januar erneut anzuschwellen. „Der freiwillige Winterschlussverkauf wird der Schluss- und Höhepunkt des Rabattwettbewerbs im Einzelhandel. Die höchsten Preisabschläge wird es dann bei Winterartikeln geben, da die Lager aufgrund des milden Wetters noch übervoll sind“, meint Pellengahr.
Laut HDE werden die Verbraucher die Mehrwertsteuererhöhung im Einzelhandel aber auch nach dem Winterschlussverkauf nicht in vollem Umfang zu spüren bekommen. „Aufgrund des scharfen Preiswettbewerbs wird der Einzelhandel nur ein Drittel des Mehrwertsteueranstiegs direkt an die Kunden weiterreichen können. Zwei Drittel bleiben zunächst an Handel und Herstellern hängen und schmälern die Erträge der Unternehmen“, so Pellengahr weiter. Allein aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung rechne der Einzelhandel 2007 mit einem Anstieg der Insolvenzen um 1.000 und dem Verlust von über 20.000 Arbeitsplätzen.

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