Der erste Advent steht vor der Tür, und bringt uns Kerzenschein - und Konsumstimmung: Der Hauptverband des Einzelhandels jedenfalls geht von einem guten Weihnachtsgeschäft aus. Zum Umsatz im Saisongeschäft und zur Prognose für 2009 erklärte heute in Berlin der Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser:
Trotz Finanzkrise, Rezession und Hiobsbotschaften aus anderen Branchen hat der Einzelhandel einige gute Gründe, das Weihnachtsgeschäft nicht verloren zu geben. So konnten die Einzelhandelsunternehmen von Januar bis September 2008 ihren Umsatz um nominal 1,6 Prozent zum Vorjahr steigern (real: minus 0,7 Prozent). Eine aktuelle Trendumfrage des HDE deutet darauf hin, dass es im Oktober und November keinen Umsatzeinbruch gegeben hat. Damit bewegen wir uns im Rahmen unserer Jahresprognose für 2008 von einem nominalen Umsatzplus von 1,5 Prozent, was einen realen Umsatzrückgang von etwa einem Prozent bedeutet.
Eine konkrete Umsatzprognose für 2009 kann der HDE heute noch nicht abgeben. Dafür sind die Folgen der Finanzkrise doch zu unwägbar. Wir gehen davon aus, dass das verfügbare Einkommen angesichts steigender Löhne und monetärer Sozialleistungen und trotz Beschäftigungsabbau leicht zunehmen wird. Die Sparquote wird nach unserer Einschätzung leicht rückläufig sein. Die Verbraucherpreise werden sich nennenswert unterhalb der Steigerungsrate von 2008 entwickeln. Insgesamt rechnen wir daher damit, dass die privaten Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahr wohl nicht zurückgehen werden. Genügend Kaufkraft sollte vorhanden sein. Der Spielraum für eine Entwicklung des Einzelhandels auf Vorjahresniveau ist daher gegeben. Entscheidend wird die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sein.
Der Konsum hat das Potenzial, tatsächlich zu einer Stütze der Konjunktur zu werden. Wichtig ist eine dauerhafte Entlastung, die den Konsum stabilisiert. Das geht am nachhaltigsten, indem der Staat den Bürgern mehr von ihrem Verdienst lässt. Für die privaten Haushalte muss die Einkommensteuer, insbesondere für die unteren und mittleren Einkommen, spürbar gesenkt werden. Entscheidend ist, dass es schon im nächsten Jahr ein klares Steuersenkungssignal gibt. Hierzu eignet sich am besten der Solidaritätszuschlag, der schon lange nichts mehr mit der Unterstützung für die neuen Bundesländer zu tun hat. Die Abschaffung des Soli ist kurzfristig zu machen und würde Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen entlasten. Die Abschaffung würde etwa 13 Milliarden Euro bringen. Das ist die Hälfte dessen, was die Bundesregierung im Rahmen der Steuererhöhungen 2007 eingenommen hat. Die Soli-Abschaffung wäre genau die richtige Antwort auf die Herausforderungen des kommenden Jahres.

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