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Hannsheinz Porst ist tot

30.04.2010

Hannsheinz Porst, langjähriger Chef von Photo Porst, ist tot. Der ehemalige süddeutsche Unternehmer verstarb im hohen Alter von 87 Jahren an einem schweren Herzleiden.

Porst war seit 1960 in dem kurz nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Familienunternehmen aktiv und baute es von einem Fotohändler zu einem Foto-Imperium aus, das zu Bestzeiten rund 2.000 Filialen im Markt etabliert hatte. Der Weg der Firma ging durch Höhen und - vor allem nach seinem aktiven Ausscheiden im Jahre 1980 - durch Tiefen und mündete 2002 in die Insolvenz sowie die Übernahme der Namensrechte durch die Ringfoto-Gruppe.

Porst, der sich selbst als "Millionär und Marxist" bezeichnete (und zeitweise heimlich für die ostdeutsche SED aktiv war), wurde aber nicht nur durch den Auf- und Ausbau der Firma, sondern auch und gerade durch seine Unternehmensführung berühmt: 1972 hatte er die vollständige Mitbestimmung in seinem Unternehmen eingeführt und sämtliche 1400 Mitarbeiter zu Gesellschaftern gemacht. Das von Banken und Gewerkschaften heftig bekämfte Modell trug ihm den Ruf eines Sozialromantikers ein.

Den endgültigen Niedergang seines Unternehmens soll Porst übrigens relativ gelasen aufgenommen haben: Zu der Zeit war er bereits mit etwas völlig anderem, beispielsweise mit der Zucht von Galloway-Rindern, beschäftigt. Hannsheinz Porst lebte zuletzt zusammen mit seiner Frau Luise zurückgezogen in Artelshofen bei Vorra (östlich von Nürnberg).

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