Mit Beginn der WM soll Handy-TV auf Grundlage des so genannten DMB-Standards in Deutschland an den Start gehen. Dreizehn Landesmedienanstalten vergaben dafür an die "Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH" (MFD) aus Düsseldorf die Übertragungskapazitäten. ZDF, N24, MTV, ProSiebenSat.1 sowie zwei Radiosender sind dann zunächst in den zwölf WM-Städten mobil empfangbar.
Handys, die gemäß dem Digital-Multimedia-Broadcasting-Standard (DMB) arbeiten, liegen zwar bereits fertig in den Schubladen, sind aber noch nicht auf dem Markt. Gerüchteweise will beispielsweise Samsung - in Asien bereits sehr erfolgreich mit DMB-Geräten - zunächst den Ausgang des komplizierten deutschen Vergabeverfahrens abwarten, bevor hierzulande DMB-Handys im großen Stil gefertigt werden. Hintergrund: Zurzeit tobt erneut ein Formatstreit, da es in Deutschland sowohl Landesmedienanstalten als auch Industrie-Unternehmen gibt, die den konkurrierenden Standard DVB-H (Digitales Video Broadcasting für Handhelds) bevorzugen.
Laut dem für Handy-TV zuständigen Referent der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM), Tillmann Lang, soll DMB-Fernsehen zu Beginn 9,90 Euro im Monat kosten, der Empfang zunächst auf die WM-Städte begrenzt sein. Dieser soll aber später ausgeweitet werden. Lang rechnet mit dem gleichzeitigen Aufbau von DMB- und DVB-H-Netzen. Ein Vorteil von DVB-H ist die höhere Übertragungsrate, jedoch müssen wieder andere Handys her. Das für DVB-H geeignete Frequenzspektrum war bislang vor allem im Norden der Republik verfügbar, so dass Experten mit einer Nord-Süd-Verteilung von DMB und DVB-H rechnen.

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