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gfu sieht "3D Spaß unter dem Weihnachtsbaum"

Weihnachten mit Tiefe

10.12.2010

Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) hat der TV-Markt bereits mit spürbarer Nachfrage auf den Reiz der 3D-Erlebnisqualität reagiert. Besonders aufschlussreich sei der Vergleich zweier Branchen-Premieren: der HDTV-Technik im Jahr 2004 und der 3D-Technik in der zweiten Hälfte dieses Jahres. So lagen die Verkäufe von 3D-Fernsehgeräten in den letzten Monaten stets mehr als fünfmal so hoch wie die Zahl der verkauften „HD-ready“-Bildschirme in den Vergleichsmonaten vor sechs Jahren. Bis Ende 2010 rechnet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Frankfurt, mit insgesamt 150.000 verkauften 3D-TVs.

„Der Start in die 3D-Zukunft geht von solidem Grund aus“, fasst Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, den Stand der Dinge zusammen. „Vor allem: Die 3D-Technik bedeutet keinerlei Kompromiss für die herkömmliche 2D-Wiedergabe. Im Gegenteil: Alle neuen 3D-Geräte zählen zu den Spitzenmodellen der Hersteller, entwickelt für die erstklassige Wiedergabe konventioneller Bilder und ergänzt um elektronische Intelligenz, um die 3D-Signale aller gängigen Standards zu erkennen und richtig auf dem Bildschirm anzuzeigen.“

Stand der Technik für das dreidimensionale Fernsehen sind heute mehrere Verfahren, zu deren Nutzung der Konsument über eine zum Bildschirm passende Brille verfügen muss (Shutter- oder Polfilter-Brille). 3D-Geräte, die ganz ohne Brille funktionieren und eine vergleichbare Bildqualität heutiger Lösungen bieten, sind laut gfu dagegen erst in ferner Zukunft zu erwarten. "Das zeigen alle bisherigen Technik-Studien, Prototypen und Produkte: 3D-Bildsschirme, die plastische Bilder für mehrere brillenlose Betrachter liefern sollen („Multiview“-Schirme), müssen eine größere Anzahl stereoskopischer Bilderpaare errechnen und gleichzeitig anzeigen, damit die 3D-Wahrnehmung aus unterschiedlichen Blickwinkeln möglich ist. Für akzeptable Qualität gelten heute neun Bilderpaare als Minimum, über 20 Bilderpaare wären theoretisch wünschenswert", so der Verband. Praktisch bedeutet das: Schon ein Bildschirm, der gleichzeitig neun stereoskopische Bilderpaare in Full-HD-Qualität anzeigen könnte, müsste eine Auflösung von fast 19 Millionen Bildpunkten haben. Aus heutiger Sicht zählen solche Eigenschaften sowohl technisch als auch wirtschaftlich zu den weit entfernten Zielen.

Für die nahe Zukunft dagegen erwartet die gfu ein allmählich wachsendes Angebot an 3D-TV-Sendungen – etwa vergleichbar mit der Entwicklung des hoch auflösenden Fernsehens HDTV. Noch schneller soll sich das Angebot an 3D-Filmen auf Blu-ray Disc entwickeln - was zu hoffen ist, da das Filmangebot bislang etwas dürftig und durch die Hardware-Software-Koppelung bei den Topfilmen für viele Konsumenten durchaus Grund zur Verärgerung darstellt. Auf Blu-ray jedenfalls lassen sich die stereoskopischen Bilderpaare in feinster HD-Auflösung abspeichern – als Vollbilder mit 1080 Zeilen. Animationsfilme dürften zunächst den größten Anteil des Repertoires stellen, denn selbst wenn sie in 2D produziert wurden, eignen sie sich als digitale Vorlagen zur Errechnung von 3D-Fassungen. Weitere wichtige 3D-Bildquellen sind digitale Spiele, die es bereits in größerer Auswahl gibt.

Darüber hinaus rechnet die gfu aber auch mit einer Fülle neuer, 3D-tauglicher Produkte wie Kameras, Camcorder, digitale Bilderrahmen oder auch Mobiltelefone. „Das Thema 3D“, fasst Dr. Rainer Hecker zusammen, „wird uns in den nächsten Jahren auf vielfältige Weise beschäftigen. Heute erleben wir nichts weniger als den Start in eine Zukunft, in der Bilder in 3D zu den Selbstverständlichkeiten zählen werden.“

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