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gfu: Hybrid-TV legt deutlich zu

10.12.2009

Zwischen Tatort und Youtube liegt nicht mehr als ein Tastendruck auf der Fernbedienung: Die jüngste Generation der Fernsehgeräte, Hybrid-Fernseher genannt, zappt direkt ins World Wide Web. Schon über 100 Online-Dienste bringen so ihre attraktiven Inhalte auf die Bildfläche und das Angebot wächst von Woche zu Woche. Ob Net TV, Yahoo Widgets, VieraCast, Applicast oder Aquos Net – all diese technischen Lösungen unterschiedlicher Hersteller haben eines gemeinsam: Sie kombinieren in einem Gerät, was eigentlich schon längst zusammengehört. Denn das klassische Fernsehen und das moderne Internet mit seinen breitbandigen Zugangsstrukturen beeinflussen und ergänzen einander immer stärker: Das Internet hat das bewegte Bild, ursprünglich ein exklusives Merkmal der Rundfunk-Verteilung, längst integriert. Umgekehrt kommt der Rundfunk nicht mehr ohne Interaktivität aus: Die Sender stellen immer mehr zusätzlich Informationen auf ihre Webseiten, Video-Portale wie die Mediatheken von ARD und ZDF bieten Nachrichten, Reportagen und Serien unabhängig vom Zeitraster des Sendeplans an.

Was liegt also näher, als Internet und Fernsehen auch in den Empfangsgeräten zu integrieren? Die ersten Versuche, beide Medienwelten auf dem Bildschirm im Wohnzimmer zu vereinen, liegen schon mehr als zehn Jahre zurück. Manche Hersteller bauten hierzu die Elektronik kompletter PCs in ihre Fernsehgeräte ein – mit allen Nachteilen, die solche aufwändigen Lösungen mit sich brachten: Da galt es zunächst einmal, eine Betriebssoftware hochzufahren, oft musste ein eingebautes Modem zunächst noch Wählverbindung zum Internet-Provider aufbauen, und wenn dann am Ende Web-Seiten auf dem Bildschirm auftauchten, brauchte man ein Opernglas, um sie vom Fernseh-Sessel aus entziffern zu können.

So unbefriedigend diese frühen Versuche auch waren – sie zeigten, welche Kriterien wirklich überzeugende Lösungen erfüllen müssen. So erwarten Fernsehzuschauer, Web-Inhalte ohne umständliche Bedienprozeduren und ohne Zeitverzögerung aufrufen zu können. Das ist heute kein Problem mehr: Der Breitband-Zugang zum Netz samt Flatrate-Tarif gehört inzwischen in vielen Haushalten zu den Selbstverständlichkeiten, W-LAN knüpft die Verbindung zum Internet sogar ohne zusätzlichen Kabelsalat. Ebenso wichtig ist die grafische Präsentation der Inhalte. Schriften müssen groß genug und in gut lesbarer Typografie auf dem Bildschirm erscheinen, Bilder und Symbole sollten nicht zu filigran aussehen. Und die Navigation muss mit einer normalen Fernbedienung funktionieren. All dies setzt voraus, dass die Anbieter ihre Web-Inhalte speziell für die Darstellung auf Fernseh-Bildschirmen aufbereiten – in enger Kooperation mit den Geräte-Herstellern.

„Wir haben heute alle technischen Voraussetzungen, mit modernen Fernsehern das Internet als nahezu unerschöpfliche Quelle neuer Inhalte zu erschließen. Hybrid-Fernseher stellen deshalb ein bedeutendes Wachstumspotential unserer Branche dar“, fasst Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Frankfurt, den Stand der Dinge zusammen. Die Marktdaten geben ihm Recht: Allein im Zeitraum Mai bis Oktober 2009 wurden mehr als 300.000 Hybrid-Fernsehgeräte gekauft, im Oktober hatte die neue Geräteart sogar schon einen Umsatzanteil von 20 Prozent. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wurde die neue Technik in Deutschland somit besonders schnell angenommen. (Foto: Panasonic)

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