Der Gesamtmarkt für Technische Gebrauchsgüter in Deutschland zeigt sich im dritten Quartal mit 9,9 Milliarden Euro sehr krisenresistent. Nach einem etwas schwächeren zweiten Quartal mit einem Minus von 3,8 Prozent erholte sich der Elektrogerätemarkt im dritten Quartal und schließt wieder stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere Elektrogroß- und Elektrokleingeräte, Informationstechnologie, Unterhaltungselektronik und das Segment Foto konnten in diesem Quartal Umsatzgewinne verzeichnen. In den Sektoren Telekommunikation und Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) setzte sich der Marktrückgang fort.
In den ersten neun Monaten bewegt sich der GfK TEMAX mit kumuliert 29,7 Milliarden Euro nur minimal unterhalb des hohen Vorjahresniveaus (-0,1 Prozent). Trotz des insgesamt stabilen Ergebnisses auf hohem Niveau und der im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal positiven Entwicklung wird sich erst zum Jahresende mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft zeigen, ob 2009 erneut an das positive Ergebnis des Vorjahres anschließen kann.
Fotomarkt: Lichtblick bei Kameras, Zubehör stützt den Markt
Erstmals seit dem Frühjahr 2008 zeigte der Fotomarkt mit 1,4 Prozent Umsatzwachstum im dritten Quartal wieder eine positive Bilanz. Die wertmäßige Entwicklung bei Digitalkameras liegt noch im Minus, steht jedoch deutlich besser da als in den beiden Vorquartalen. Das leichte Minus bei Kameras wurde durch gestiegene Verkäufe im Zubehörmarkt kompensiert. Besonders bei Objektiven machte sich eine gestiegene Nachfrage ebenso wie ein gestiegener Durchschnittspreis positiv bemerkbar. Hierdurch nahm der Umsatz zweistellig zu. Dies steht im Einklang mit der höheren Nachfrage bei digitalen Spiegelreflexkameras und Neuerungen im Hinblick auf Funktionen und Standards. Stative und Kamerataschen folgten dieser Entwicklung. Außerdem finden sich digitale Bilderrahmen weiterhin oben auf den Einkaufslisten der Konsumenten. Die Käufer profitieren von einer größeren Auswahl, wobei auch die Anzahl an Herstellern und der Wettbewerb zugenommen haben und zu sinkenden Durchschnittspreisen führten. Als beliebtes Geschenk ist im Weihnachtsgeschäft mit einem weiteren Anziehen zu rechnen.
Unterhaltungselektronik: HD Eigenschaften sind gefragt
Leicht zulegen konnte der Sektor Unterhaltungselektronik um 0,6 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Damit schnitt er im Vergleich zur Vorperiode deutlich besser ab und lag in den ersten neun Monaten auf Vorjahresniveau (-0,1 Prozent). Der Fernsehmarkt, in den über die Hälfte der für Unterhaltungselektronik ausgegebenen Euros investiert wird, verbuchte für das dritte Quartal eine Zunahme von nahezu 6 Prozent. Wachstumssegmente innerhalb des Fernsehmarktes sind Geräte mit Full HD Auflösung, High Definition Tuner, integrierte Lösungen mit mehreren Tunern (DVB-T/C/S), die Unabhängigkeit in der Empfangstechnologie geben, aber auch LED-Backlight und Interntetfunktionalität sind gefragte Ausstattungen. Durch neue Funktionalität und Ausstattung wird die bestehende Schere zwischen Absatz- und Umsatzentwicklung geringer. Weiterhin besonders nachgefragt sind Settop Boxen, die HDTV ermöglichen. Ebenfalls positiv entwickeln sich HiFi Produkte wie Lautsprecher und Soundbars.
Telekommunikation: Touchsreen Handys im Trend
Ebenfalls nicht viel Grund zur Freude bietet derzeit der Telekommunikationsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal büßte der Markt im dritten Quartal 9 Prozent seines Umsatzes ein, nach minus 6,5 und minus 15,3 Prozent in den ersten beiden Quartalen. Einzig kleine Telefonanlagen wuchsen im Wert, sogar zweistellig. Dies konnte allerdings die Verluste bei den Mobiltelefonen - die zwei Drittel des Gesamtmarktes ausmachen - bei weitem nicht kompensieren. Zwar geht der Trend deutlich zu höherwertigen Smartphones und Mobiltelefonen mit Touchscreen - im dritten Quartal bereits fast ein Viertel aller Geräte - allerdings bei insgesamt stark rückläufigen Absatzmengen.
Viertes Quartal entscheidend
Im dritten Quartal zeigt sich der GfK TEMAX mit einem hauchdünnen Umsatzrückgang von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal sehr stabil. Verglichen mit dem zweiten Quartal erholte sich der Markt wieder. Die derzeit unsichere Lage am Arbeitsmarkt und die generelle Wirtschaftsentwicklung erschweren eine Prognose für das vierte Quartal. Es gibt jedoch Grund für Optimismus, denn die Konsumenten sehen die allgemeine konjunkturelle Entwicklung eher positiv. Das aus Verbrauchersicht vorteilhafte Preisniveau in Verbindung mit erweiterten Produktausstattungen und neuen Funktionalitäten könnte im anstehenden Weihnachtsgeschäft für zusätzliche Kaufimpulse sorgen. Der Einzelhandel hat allen Grund, auf ein gutes Jahresende zu setzen.

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