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GfK TEMAX für Q4 2010

Elektrogerätemarkt im Vier-Jahres-Hoch

15.02.2011

Der Markt für technische Gebrauchsgüter in Deutschland wächst im vierten Quartal 2010 um 3,7 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Auf das gesamte Jahr bezogen legt laut GfK Retail and Technology der Elektrogerätemarkt ebenfalls um 3,7 Prozent an Wert zu und erreicht in Summe 44,3 Milliarden Euro. Dies ist sowohl der höchste Quartalswert als auch der höchste Gesamtjahreswert seit Einführung des GfK TEMAX Deutschland im Jahr 2007.

Der Gewinner sowohl des vierten Quartals als auch des Jahres 2010 ist die Informationstechnologie. Ebenfalls positiv entwickeln sich in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres die Elektroklein- und Elektrogroßgeräte sowie der Bereich Telekommunikation. Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) rutschen im vierten Quartal erstmalig im Jahr 2010 ins Plus, während es sich bei den beiden Märkten Foto und Unterhaltungselektronik umgekehrt verhält. Sie verlieren zum Jahresende an Wert.

Informationstechnologie: Zweistelliges Plus

Mit hervorragenden 13,7 Prozent Umsatzzuwachs und einem Marktvolumen von insgesamt 3,43 Milliarden Euro stützt der Bereich Informationstechnologie das gute Ergebnis des GfK TEMAX im vierten Quartal 2010. Im Gesamtjahr erzielt die Informationstechnik ein Wachstum von 10,6 Prozent und erreicht einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro. Insbesondere die Ersatzkäufe aus dem Geschäftskundenbereich zeichnen für das erfreuliche Jahr 2010 verantwortlich. Stationäre Rechner, Server und Workstations sowie LCD-Monitore, legen zweistellig zu. Voraussichtlich wird sich dieser Trend in diesem Jahr fortsetzen. Die Geschäfte mit Privatkunden fallen im Jahr 2010 dagegen verhalten aus, wobei es auch hier Gewinner gibt. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich die sogenannten All-In-One-Computer, bei denen die gesamte Technik in den Monitor integriert ist. Ihr ansprechendes Design und auch die Preise lassen sie zu einer ernsten Konkurrenz von mobilen 17-Zoll-Rechnern werden. Notebooks - nach wie vor die wichtigsten Umsatzbringer im IT-Bereich - legen an Wert zu, wenngleich eine erste Sättigungsgrenze für die kleineren Netbooks erreicht scheint. Für das laufende Jahr blickt die Branche mit großem Interesse auf die weiteren Neueinführungen von Tablet-Rechnern mit berührungsempfindlichen Bildschirmen, den so genannten WebBooks.

Telekommunikation: Smartphones weiterhin Spitze

Mit einem Wachstum von 7,3 Prozent legt der Telekommunikationsmarkt im letzten Quartal 2010 deutlich zu und erreicht im Gesamtjahr eine Steigerungsrate von 3,1 Prozent. Damit erhöht sich das Marktvolumen der beobachteten Warengruppen um 1,2 Milliarden Euro auf 4 Milliarden und macht die Umsatzschwäche im dritten Quartal vergessen. Smartphones, die mobiles Internet und neue Betriebssysteme anbieten, sind die Treiber im Markt. Sie erzielen im vierten Quartal doppelt so viel Umsatz wie in der Vorjahresperiode. Besonders stark wachsen Geräte mit offenem Betriebssystem. Bei den klassischen Mobiltelefonen verkaufen sich im Weihnachtsgeschäft insbesondere Geräte unter 100 Euro. Insgesamt entwickelt sich der Markt für klassische Mobiltelefone aber leicht rückläufig. Festnetztelefone legen im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht zu, ebenso kleine Telefonanlagen.

Foto: Wachstumstreiber Systemkameras

Mit einem Volumen von 754 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des Jahres 2010 entwickelt sich der Fotomarkt mit -2,4 Prozent negativ. Doch über das Gesamtjahr gesehen stehen 2,2 Prozent Wertwachstum auf 2,6 Milliarden Euro zu Buche. Während zum Jahresende aufgrund des Preisverfalls mit Digitalkameras etwas weniger Umsatz erzielt wird, gewinnen die Zubehörwarengruppen wie Objektive und Stative weiter hinzu. Die Treiber sind Kameras mit austauschbarem Objektiv aber ohne Spiegelreflextechnologie, sogenannte Systemkameras, die erst seit etwa eineinhalb Jahren auf dem Markt sind. Doch auch der Markt für Spiegelreflexkameras wächst weiter. Bei den Kompaktkameras zählen inzwischen Weitwinkel, GPS, höhere Zoomzahlen oder wasserfeste Gehäuse zum Standard. Eine neuere Entwicklung sind Kameras für Bilder mit 3D-Effekt. Einige Hersteller setzen dabei auf zwei Linsen, andere auf eine Software innerhalb der Kamera.

Unterhaltungselektronik: Nach TV kommt Hifi

Der Markt der Unterhaltungselektronik schwächt sich weiter ab. Mit -4,7 Prozent im sonst so starken vierten Quartal verbucht der Teilmarkt eine Gesamtjahresbilanz von 11 Milliarden Euro, was einer Zunahme von 1,3 Prozent entspricht. Insbesondere durch das hervorragende zweite Quartal aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika verbleibt ein positiver Saldo für die Unterhaltungselektronik. Der Umsatz mit Flachbildfernsehern verringert sich im vierten Quartal jedoch um 6 Prozent. Dies ist zum Teil bedingt durch die hohen Vorjahreszahlen, sowie durch vorgezogene Käufe im 1. Halbjahr 2010 aufgrund der Fußball-WM, zum Teil setzt eine gewisse Marktsättigung ein. Immerhin besitzen bereits über 60 Prozent der Haushalte einen Flachbildfernseher. Da in der Unterhaltungselektronik aber jeder zweite Euro mit Fernsehern umgesetzt wird, hat der Rückgang einen entsprechend starken Einfluss auf das Quartalsergebnis. Der Trend geht bei TV-Geräten hin zu größeren und dünneren Flachbildschirmen, LED-Hintergrundbeleuchtung, Internet-Zugang und 3D-Inhalten. Die Verbraucher in Deutschland legen zunehmend Wert auf einen guten Klang. Audio Home Systems und Kopfhörer entwickeln sich dementsprechend positiv. Ferner wachsen die Umsätze mit Set-Top-Boxen, die besonders aufgrund der Umstellung auf HD-Technik und Digitalempfang nachgefragt werden. DVD-Player- und -Recorder hingegen entwickeln sich nach wie vor rückläufig. Blu-Ray-Player und -rekorder versprechen in den kommenden Jahren ein großes Wachstumspotenzial, da diese Technologie noch vergleichsweise neu ist.

Positiver Ausblick

Mit 3,7 Prozent Umsatzwachstum zeigt der Markt für technische Gebrauchsgüter ein anhaltend solides Wachstum im letzten Viertel des Jahres 2010. Seit Einführung des GfK TEMAX in Deutschland im Jahr 2007 ist dies das umsatzstärkste Jahr des Elektrogerätemarktes. Damit hat der Markt die Wirtschafts- und Finanzkrise endgültig hinter sich gelassen. Die erfreuliche Lage auf dem Arbeitsmarkt, eine gestiegene Binnennachfrage und attraktive Produktinnovationen schaffen eine positive Ausgangslage. Obwohl erste Sättigungserscheinungen in Teilmärkten auftreten, rechnet GfK Retail and Technology damit, dass das ausgezeichnete Niveau des vergangenen Jahres auch im Jahr 2011 wieder erreicht werden kann.

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