Ganz anders als in den USA (siehe INPHOnews-Meldung vom 27. Januar 2009) setzt die Anschaffungsneigung in Deutschland trotz niedriger Einkommenserwartung ihren Erholungskurs auch zu Beginn des neuen Jahres unbeirrt fort. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Konsumklima-Index der GfK. Der Indikator machte im Januar mit einem Plus von knapp 22 Punkten sogar einen kräftigen Sprung nach oben. Aktuell weist er 15,5 Zähler auf und liegt damit wieder deutlich im positiven Bereich über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten. Damit ist die Anschaffungsneigung zum ersten Mal seit August 2007 wieder positiv.
Der wesentliche Grund für die spürbare Besserung der Konsumneigung liegt laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im nachlassenden Preisdruck der vergangenen Monate. Seit im September 2008 die Rohölpreise und damit auch die Benzin- und Heizölpreise ihren Höhepunkt überschritten hatten und deutlich zurückgingen, sanken auch die Inflationswerte deutlich. Zuletzt betrug beispielsweise der Rohölpreis weniger als ein Drittel seines Spitzenwertes von knapp 150 US-Dollar, der im Juli vergangenen Jahres zu verzeichnen war.
Deutlich geringere Energiekosten schonen zum einen die Budgets der privaten Haushalte und sorgen zudem generell für eine bessere Stimmung. Sie wirken somit wie ein Konjunkturprogramm, das ohne zusätzliche Neuverschuldung auskommt. Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden Verbraucher und Unternehmen durch die massive Verringerung der Energiepreise in einer Größenordnung von 25 bis 30 Milliarden Euro entlastet. Zudem darf eine Reihe von Arbeitnehmern aus der Rückerstattung der Pendlerpauschale einen zusätzlichen Geldsegen erwarten.
Das Konsumklima zeigt außerdem auch in den kommenden Wochen Konstanz: Der Gesamtindikator prognostiziert für Februar 2009 einen Wert von 2,2 Punkten nach revidiert ebenfalls 2,2 Zählern im Januar. Der Indikator bleibt damit auf einem konstanten Niveau. Entscheidende Unterstützung erhält das Konsumklima derzeit von der Anschaffungsneigung.
"Inwieweit der Konsum in diesem Rezessionsjahr positiv auf die Wirtschaft wirken kann, wird in erster Linie davon abhängen, wie stark die Krise den Arbeitsmarkt belasten wird", urteilt die GfK. Jedoch könnten auch weitere Faktoren dabei helfen, den Konsum zumindest nicht allzu stark zu belasten. "Die Inflationsrate wird voraussichtlich sehr niedrig bleiben und damit die Kaufkraft der Verbraucher stützen", so die Marktforscher. Der Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung gehe von einem Anstieg der Preise in diesem Jahr in Höhe von 0,5 Prozent aus.
Zudem würden wahrscheinlich vor allem in der ersten Jahreshälfte 2009 noch die guten Tarifabschlüsse aus dem vergangenen Jahr ihre Wirkung zeigen und die realen Einkommen steigen lassen. "Auch dürften von dem kürzlich beschlossenen Konjunkturpaket II in diesem Jahr weitere Impulse für die Verbraucher ausgehen. Da die einbrechenden Exporte mit Hilfe der Binnennachfrage nur teilweise kompensiert werden können, können diese Maßnahmen einen möglichen Konjunktureinbruch zwar nicht vollkommen verhindern, aber zumindest abmildern", so die GfK abschließend.

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