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GfK: Markt für Elektrogeräte gewinnt trotz Krise

11.02.2010

Die GfK hat erneut ihren Index für den Elektrogerätemarkt (TEMAX) vorgelegt. Demnach können alle Beteiligten positiv auf das letzte Quartal 2009 blicken, das das bisher größte gemessene Marktvolumen (12,5 Milliarden Euro) seit Erhebung des TEMAX eingefahren hat. Das vierte Quartal schloss mit einem Umsatzwachstum von 4 Prozent und sorgte somit dafür, dass das Gesamtjahr mit 1,1 Prozent Wachstum und einem Gesamtvolumen von 42,2 Milliarden Euro erfreulich abschloss. Insbesondere die Informationstechnologie, Elektrogroß- und Elektrokleingeräte sowie die Unterhaltungselektronik konnten zum Jahresende Umsatzgewinne verzeichnen. Der Bereich Foto konnte den positiven Trend des Vorquartals nicht fortsetzten, in den Sektoren Telekommunikation und Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) gingen die Umsätze weiter zurück.

UE: gutes Jahr ohne Großsportereignis

Der Sektor Unterhaltungselektronik steigerte seinen Umsatz um 1,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich legte der Markt im Jahr 2009 um 0,4 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu - und dies ohne ein sportliches Großereignis. Von Krise also keine Spur. Während nahezu keine Röhrenfernsehgeräte mehr verkauft wurden und Plasma-Geräte verloren, legten LCD-Fernseher ungebrochen zweistellig zu. Allerdings war hier das Mengen-Wachstum etwas höher als das Wert-Wachstum. Besonders gefragt waren beim Konsumenten LED-Technik, 200-Hertz-Technologie, Web-Zugang sowie High Definition (HD) TV-Tuner. Dazu bestand auch eine hohe Ausgabenbereitschaft für einen guten Klang: So legten die HiFi-Warengruppen insgesamt zu, insbesondere Home-Theatre-Sets, aber auch HD-Settop-Boxen und Blu-Ray-Player. Bei gleich bleibenden gesellschaftlichen Trends wie dem "Homing" - also der Neigung, in die Qualität der eigenen vier Wände zu investieren - und den zwei sportlichen Großereignissen Olympische Winterspiele in Vancouver sowie der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika kann die Branche erwarten, dass 2010 das Niveau mindestens gehalten werden kann. Diesen Trend könnten die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten unterstützen, da sie derzeit beginnen, in HD zu übertragen.

Fotomarkt: SLR weiterhin beliebt

Leicht ins Minus tendierte der Fotomarkt mit einem Rückgang von 1,7 Prozent. Auf das Gesamtjahr gesehen lag der Umsatzrückgang bei 3,3 Prozent und 2,5 Milliarden Euro. Während die beiden ersten Quartale noch mit einem Preisrückgang zu kämpfen hatten, zeigte sich im dritten Quartal eine Erholung der Preise. Im letzten Quartal waren Werbeaktionen von Herstellern, die im unteren Preissegment tätig sind, dafür verantwortlich, dass der Durchschnittspreis sank und so zu einer negativen Bilanz führte. Das Zugpferd 2009 blieben Spiegelreflexkameras, die jedoch auch unter dem verstärkten Preiswettbewerb zu leiden hatten. Mit demselben Problem sahen sich die vermehrt nachgefragten digitalen Bilderrahmen konfrontiert. Insgesamt verloren Digitalkameras leicht; dagegen gewannen wie in den Vorquartalen Objektive, aber auch Stative als Zubehörwarengruppen hinzu.

Telekommunikation: Touchscreen-Handys im Trend

Ein eher trübes Bild lieferte derzeit der Telekommunikationsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal büßte der Markt im vierten Quartal 9,6 Prozent seines Umsatzes ein. Unter dem Strich bedeutete dies 10 Prozent Umsatzminus für das Gesamtjahr. Allerdings verlangsamten Mobiltelefone wie auch Faxgeräte ihren Umsatzverlust, die Teilgruppe der Smartphones wuchs sogar zweistellig. Der Trend im Weihnachtsgeschäft waren berührungsempfindliche Smartphones mit einem "Touchscreen", die inzwischen vereinzelt schon für unter 100 Euro verkauft werden. Faxgeräte verloren dagegen zweistellig. Besonders stark brach die Nachfrage nach Tintenstrahlfaxgeräten ein.

Guter Jahresabschluss mit Hilfe des vierten Quartals

Im vierten Quartal trat der GfK TEMAX mit einem Umsatzsprung von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal der Krisenstimmung entgegen. Die negativen Wachstumsraten des zweiten und dritten Quartals verschwanden in der Gesamtjahressicht und entwickelten sich zu einem erfreulichen Umsatzzuwachs von 1,1 Prozent.

In der Veröffentlichung des GfK TEMAX Q4-2008 wurde bereits darauf hingewiesen, dass 2009 kein einfaches Jahr werden würde, aber attraktive Produkte und Innovationen gute Chancen für Umsätze nach sich ziehen würden. Dies hat sich bestätigt. Es waren 2009 die Märkte mit attraktiven, innovativen Geräten, die Gewinne verbuchen konnten.

Das Jahr 2010 wird wieder spannend: Geplante Entlastungen für die Steuerzahler stehen einer höheren erwarteten Inflation sowie angekündigten höheren Abgaben gegenüber. Aufgrund dieser Unsicherheit werden die Verbraucher voraussichtlich zurückhaltend konsumieren. Erste Anzeichen deuten 2010 auf eine Stagnation der Verbraucherausgaben. Für die Unterhaltungselektronik dürfte dies aufgrund der nächsten Sportgroßereignisse erfahrungsgemäß weniger gelten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Phänomen "Homing" weiterhin die Kaufentscheidungen der Konsumenten beeinflussen. Innovative, mobile oder dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtete Produkte werden weiterhin im Trend liegen. Darüber hinaus liegt es weiterhin am Handel auch selbst Akzente zu setzen und die Lust an Neuem zu stimulieren.

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