Der weltweite Markt für Unterhaltungselektronik wird auch in diesem Jahr weiter wachsen. Dies prognostiziert die GfK Retail and Technology und rechnet im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzanstieg von rund fünf Prozent. Wie dieser positive Kurs auch in Zukunft fortgesetzt werden kann, aber auch wo es zurzeit im Bereich der Consumer Electronics kräftig "hängt", war Thema der GfK Consumer Electronic Conference 2010. Rund 160 Teilnehmer kamen am 15. Juni zur der Veranstaltung unter dem Titel „The Success of Sound and Vision“ nach München.
Die gute Nachricht: Verbraucher investieren wieder verstärkt in Unterhaltungselektronik. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise weltweit 238 Millionen Fernsehgeräte verkauft und in diesem Jahr geht die GfK Retail and Technology in ihrem Digital World Report 2010 von 252 Millionen verkaufter Geräte aus. Diese Zahl steht nicht von ungefähr im Fokus: Denn Fernseher sind und bleiben die wichtigsten Umsatzträger im Bereich Unterhaltungselektronik.
Nachdem Flachbild der Normalzustand in deutschen Wohnzimmern geworden ist, verwandelt sich das TV-Geschäft von einem Markt, der in den vergangenen zehn Jahren von der ersten Nachfrage getrieben wurde, hin zu einem Ersatzgeschäft: Flach ist toll, aber flach und groß mit HD (High Definition) ist besser - am besten noch mit LED Backlight. Was aber die Vernetzung beispielsweise von TV, PC und Internet betrifft, bleibt der Fernseher bislang überwiegend ein Medium mit klassischer Nutzung. Umgekehrt wird aber vermehrt auf PCs und Laptops Fernsehen geschaut - immerhin schon mal ein kleiner erster Schritt in Richtung der schon seit mehr als zehn Jahren von der Industrie herbeigeträumten Konvergenz der CE.
Was die 3D-Technik fürs Wohnzimmer betrifft, steht der Markt derzeit noch ganz am Anfang. Zwar sind die Ambitionen aller Beteiligten vorhanden, das Thema nach vorne zu bringen - doch bislang sind noch keine Standards beispielsweise für das Broadcasting von 3D-Inhalten wirklich festgeschrieben. Und auf der Medien- und Contentseite fehlt noch ganz viel: So beschränkte sich die Liste der verfügbaren Blu Rays mit "echtem" 3D Content in Farbe (und nicht, wie oft auch in der jüngeren Vergangenheit geschehen, im anaglyphen Rot-Grün-Verfahren aufgespielt) zum Zeitpunkt der GfK-Konferenz auf einen einzigen Film: "Cloudy with a chance of meatballs" von Sony Pictures. Bis Ende Mai 2010 wurden in Europa zwar bereits mehr als 25.000 Flachbildfernseher mit 3D-Technik verkauft. Doch was die Bilder mit Tiefe betrifft, gucken diese Konsumenten bislang mal wieder überwiegend in die Röhre ...
Der Handel steht daher in Zukunft vor der Aufgabe, die innovativen Technologien an den Konsumenten zu vermitteln und ihnen als kompetenter Berater zur Seite zu stehen. Auch hier ein mittelgroßer Wermutstropfen, dieses Mal für den Handel: Gestützt durch topaktuelle Untersuchungsergebnisse konnte bzw. musste Michael Sauter (Foto: Archiv) von der GfK Retail and Technology feststellen, dass Fachmärkten (wie in Deutschland den "Roten" und den "Blauen") scheints mehr Innovationspotenzial seitens der Konsumenten zugetraut wird. Diese laufen nämlich auf der Suche nach neuen Techniken deutlich häufiger die Großflächen an als den klassischen Fachhandel.
Und das scheinbar auch aus gutem Grund: So ergab die Befragung von 120 Fachhändlern aller Größen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich, dass die Mitarbeiter der Fachmärkte tatsächlich besser ausgebildet sind, wenn es um Innovationen geht, und wie man diese an die Konsumenten bringt.

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