Robby Kreft, Geschäftsführer von Europa-Foto/Fotoco, ist mit der Frühjahrsmesse in Wiesbaden zufrieden. Man habe rund 10 neue Aussteller verzeichnen können. Auf dem recht groß ausgefallenen eigenen Stand der Gruppe zeigte Europa-Foto das erweiterte Eigenmarken-Sortiment "Pro Solution", das inzwischen auf drei Produktgruppen (Filter, Stative, Speicherkarten) angewachsen ist. Kreft sieht hier für die Mitglieder eine Chance, außer Konkurrenz mit Zubehör gute Marge zu machen (bis zu 70 Prozent). Außerdem war hier Di Support, seit Herbst 2010 Teil der Fotoco, untergebracht.
Auch mit der Händler-Beteiligung an der Messe gibt sich der Kooperations-Chef zufrieden. Es seien sämtliche namhaften Mitglieder anwesend gewesen. Der Informationsbedarf vor dem Hintergrund der Japankrise sei für zahlreiche Mitglieder einer der wesentlichen Gründe gewesen, die Reise nach Wiesbaden anzutreten. "Es herrscht große Unsicherheit über die Warenversorgung." Doch hier konnte Kreft die Mitglieder im internen "High Noon"-Meeting vorübergehend beruhigen: "Wir haben in den letzten Wochen viel Ware zugekauft." So sei es der Gruppe möglich gewesen, den Händlern in diesem Jahr 30 so genannte "High Noon"-Angebote zu offerieren. "Das liegt deutlich über dem Schnitt der vergangenen Jahre." Hier wurden den Händlern auch keine Luftschlösser verkauft: "Alles ist lieferbar", so Kreft. Und die Händler hätten so viel vorgeordert, dass bei der Gruppe ein Vierfaches des sonstigen Auftragsvolumens in den Büchern steht.
Große Sorge bereitet natürlich auch der Fotoco die zu erwartenden Lieferprobleme, die nach Meinung des Europa-Foto-Chefs im Sommer ein Loch in den gesamten Markt reißen werden. "Bisher konnten wir noch auf Ware zugreifen, die aus den Zeiten vor der Japan-Krise stammt." Doch die Engpässe würden unweigerlich auf die gesamte Fotobranche zukommen. "Wir hoffen aber, im Herbst wieder zu normalen Lieferbedingungen übergehen zu können."
Auf das Jahr 2010 kann die Gruppe zufrieden zurückblicken: So wurde ein Umsatzplus (Lager und Strecke) von 16 Prozent oder 34 Millionen Euro erwirtschaftet, so dass Europa-Foto für 2010 einen Gesamtumsatz von 220 Millionen Euro verbuchen kann. Als "einmalig" bezeichnet Kreft den Umstand, dass die Gruppe dank "S-Print", aber auch der ans Internet angebundenen Plattform "Genial digital", bei Fotoarbeiten ein Plus im Ertrag verbuchen kann. Dass "Genial digital" eine überzeugende Lösung ist, glaubt nicht nur die Kooperation selbst: So wurde die Software im Rahmen eines Tests des Magazins "Focus" für Fotobuch-Anbietern von Nutzern hinter "photodose.de" auf Platz 2 gewählt (Gesamtnote 2,3).
Auch das Jahr 2011 hat laut Kreft "gut begonnen". Selbst der April sei gut angelaufen. Schwierig werde es in den bereits erwähnten Sommer-Monaten Juni bis August. Dennoch glaubt der Manager, dass man voraussichtlich durch ein gutes Herbst- und Weihnachtsgeschäft schlimme Einbrüche in der Bilanz verhindern könne. Aber mindestens ein Unsicherheitsfaktor bleibt: Es ist noch immer nicht abzusehen, wie die anhaltende Katastrophe in Fukushima sich auf die japanische und damit in Folge auch auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken wird.

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