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Erfolgreiches Geschäftsjahr, schwammige Online-Strategie

Metrogruppe verweist auf "Rekordergebnis"

23.03.2011

Die Metro Gruppe hat das Geschäftsjahr 2010 in eigenen Worten mit einem "Rekordergebnis" abgeschlossen. Der Umsatz legte im Geschäftsjahr 2010 um 2,6 Prozent auf 67,3 Mrd. Euro zu (in Landeswährung: +0,9 Prozent). In Deutschland erreichte der Umsatz bereinigt um Standortabgaben und Desinvestitionen das Niveau des Vorjahreszeitraums. Vor Bereinigung ging der Umsatz um 1,4 Prozent auf 26,1 Mrd. Euro zurück. Die Metro Gruppe führt dies in der Hauptsache auf das schlechte Weihnachtsgeschäft 2010, bedingt durch den starken Schneefall, zurück.

Der Umsatz im internationalen Geschäft legte hingegen um 5,4 Prozent zu (in Landeswährung: +2,5 Prozent). In Westeuropa (ohne Deutschland) stieg der Umsatz um 2,8 Prozent auf 21,5 Mrd. Euro (in Landeswährung: +2,1 Prozent). In Osteuropa erhöhte sich der Umsatz auch aufgrund von Wechselkurseffekten um 7,1 Prozent auf 16,9 Mrd. Euro (in Landeswährung: +1,5 Prozent). Das Geschäft in Asien/Afrika zeigte im Geschäftsjahr 2010, so die Metro, eine "sehr erfreuliche Entwicklung". Der Umsatz stieg um 17,3 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro (in Landeswährung: +12,9 Prozent).

Im Berichtsjahr hat die Metro Gruppe deutlich mehr als die Hälfte, nämlich 61 Prozent, ihres Umsatzes außerhalb des Heimatmarkts erzielt. In diesem Zusammenhang sicherlich interessant, dass der Konzern auch 2011 die internationale Expansion weiterhin stark vorantreibt: Metro Cash & Carry strebt im laufenden Jahr mehr als 40 Neueröffnungen an und will diese Zahl in den nächsten Jahren weiter steigern. Bei Real sind im laufenden Jahr fünf und auf mittlere Sicht mehr als zehn neue Standorte pro Jahr geplant. Media Markt und Saturn will jährlich mindestens 70 Elektrofachmärkte eröffnen.

Das betriebliche Ergebnis (EBIT) des Handelskonzerns stieg vor Sonderfaktoren um 391 Mio. auf 2,415 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um knapp 20 Prozent. Sämtliche Vertriebslinien sowie das Immobiliensegment haben nach Aussagen des Unternehmens dazu beigetragen.

Die Fachmarktlinien Media Markt und Saturn werden mehr und mehr zu starken globalen Playern. Dies belegen nicht zuletzt erfolgreiche Neueröffnungen im asiatischen Raum. Bei MSH insgesamt stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf 20,8 Mrd. Euro (in Landeswährung: +4,3 Prozent). Das EBIT vor Sonderfaktoren wuchs um 2,8 Prozent auf 625 Mio. Euro.

Neben dem Markteintritt in China sieht die Metro für die Marke Media Markt die Einführung von Eigenmarken als "wichtigen strategischen Meilenstein" - obwohl dazu sämtliche Zahlen im Dunkel bleiben: So wird hier ausschließlich verlautet, die Kundenresonanz bei den bislang eingeführten Marken "ok" (Preiseinstieg) und "Koenic" (hochwertige Haushaltsgeräte) sei "äußerst positiv" gewesen. 2011 werden die Marken "Peaq" (Unterhaltungselektronik) und "Isy" (Zubehör) in die Märkte kommen.

Ebenfalls eher im Nebel bleiben die Erfolge der angestoßenen Online-Aktivitäten verschiedener Vertriebslinien. So habe man 2010 "wichtige Weichenstellungen" vorgenommen, um "zukünftig stärker" von den steigenden Wachstumsraten im Online-Handel zu profitieren, berichtet der Konzern ganz allgemein. Ferner geht die aktuelle Unternehmensmeldung ohne Nennung von konkreten Umsatzgrößen kurz auf Konzepte wie "Metro Drive" (Stationen zur Abholung der im Internet bestellten Ware) in Frankreich oder auch die MSH-Shops in den Niederlanden und Österreich ein. Als einzigen konkreten Anhaltspunkt gibt es den Hinweis auf ein App für den Online-Store der Vertriebslinie "Real", der bislang 200.000 mal auf Smartphones installiert wurde.

Auch die bisherige Online-Strategie für Media Markt und Saturn ist schnell in einem Satz gesagt: Man werde für Saturn den Online-Vertrieb im zweiten Halbjahr dieses Jahres beginnen, und Media Markt werde "zukünftig" (ohne Nennung eines fixen Zeitpunktes) ebenfalls mit einer eigenen Online-Plattform an den Markt gehen. Daraus gefolgert, scheint das Online-Geschäft des anderweitig weiterhin stark erfolgreichen Konzerns auch und gerade im Bereich der Fachmärkte bislang noch Baustellen-Status zu haben.

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