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E-Schrott: Umweltverband sieht Handel in der Pflicht

03.04.2006

Der Bundesverband für Umweltberatung (BfUB) begrüßt die neue Gesetzeslage zur Rücknahme von Elektro- und Elektronikschrott, fordert aber zugleich bürgernahe Sammelangebote in Kommunen und Landkreisen sowie Rücknahmemöglichkeiten im Handel. "Die Zielsetzung des Elektrogerätegesetzes ist richtig", so Verbandschef Thomas Pensel. "Allerdings zeigen die Erfahrungen der ersten Tage, dass die Rücknahmeangebote noch bürgernäher gestaltet werden müssen."

Einschneidendste Änderung in der neuen Gesetzbgebung: Seit dem 24. März müssen sämtliche Elektro- und Elektronik-Altgeräte getrennt gesammelt und an von den Kommunen eingerichteten Annahmestellen abgegeben werden. Damit ist die Restmülltonne ist auch für kleine Geräte - wie beispielsweise auch Digitalkameras - tabu, die in der Vergangenheit über diese entsorgt werden durften. Gerade diese kleinen - mitunter durch komplexe Elektronik stark mit Schadstoffen belasteten Geräte - sorgten in der Vergangenheit für eine Schadstoffanreicherung über den Hausmüll, unter anderem mit Blei, Cadmium, Quecksilber und FCKW.

Die Annahmestellen der Kommunen, so genannte öffentlich rechtliche Entsorgungsträger, sind zumeist auf den Recycling-Höfen eingerichtet. Diese sind, so Pensel, zwar von einer bestimmten Bürgergruppe stark frequentiert, für einen Großteil der Bevölkerung sei der Recyclinghof allerdings "praktisch und gedanklich weit entfernt". Der Verbands-Chef: "Leute ohne Auto, erst recht ältere und gebrechliche Mitbürger, erreichen die häufig nicht gerade zentral gelegenen Anlagen einfach nicht."

Der BfUB sieht hier großes Potenzial, das durch Aufklärung und Beratung sowie durch Schaffung bürgernaher Angebote genutzt werden könnte. Dies betreffe vor allem die kleinen Geräte aus der Unterhaltungselektronik und der Kommunikationstechnologie. Gudrun Pinn, Sprecherin des Arbeitskreis Abfall im BfUB, sieht vor allem Kommunen und Handel im Verbund mit Herstellern in der Pflicht, Serviceangebote für Bürger zu verbessern: Denn da wo die Bürger ihr neues Gerät kaufen, möchten sie ihr altes Gerät auch abgeben können, so Pinn. Der Handel ist daher ein bedeutender "Wunschpartner" in der neuen Logistikkette. (as)

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