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CEMIX/TEMAX: CE-Branche bietet gemischtes Bild

25.11.2008

Das Jahr neigt sich (zumindest kalendarisch) dem Ende zu - auch wenn im Handel noch die heiße Phase des Saisongeschäftes bevorsteht. Mitte November ist wieder der typische Zeitpunkt für gfu und GfK, ihre Branchendaten, nämlich den "Consumer Electronics Markt Index" (CEMIX) sowie den "Index zum Markt der technischen Gebrauchsgüter" (TEMAX) zu veröffentlichen.

Und hier zeigt sich wieder einmal mehr: Es kommt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel man die Dinge betrachtet. Denn während die gfu im CEMIX die Betrachtung des Gesamtzeitraumes Q1 bis Q3 in den Mittelpunkt stellt, und darin ein kumuliertes Umsatzwachstum von 3,6 Prozent gegenüber Vorjahr ausmachen kann (für UE, IT und TK), fokussiert sich die GfK im TEMAX auf den Vergleich von Q3 2007 vs Q3 2008 - und erhält damit ein Umsatzminus von 1,6 Prozent.

Das Fazit von gfu gegenüber GfK könnte dann auch unterschiedlicher nicht ausfallen: Denn während die gfu meint, dass sich die positive Entwicklung des Consumer Electronics-Marktes in den ersten drei Quartalen 2008 fortgesetzt hätte, sieht die GfK vor allen Dingen, dass der "Markt für Elektrogeräte an Schwung verliert".

Doch hier im Einzelnen die Zahlen, zunächst die Ergebnisse der gfu:

Unter Consumer Electronics werden hier die drei Bereiche Unterhaltungselektronik (UE), Informationstechnologie (IT) sowie Telekommunikation (TK) zusammengefasst. Dabei steuern die UE 7,5 Prozent und die privat genutzten IT-Produkte 7,8 Prozent bei, die privat genutzte Telekommunikation ist jedoch mit minus 14,1 Prozent im Umsatz weiterhin in 2008 rückläufig. Der Umsatzzuwachs resultiert hauptsächlich aus Steigerungen in den Bereichen LCD-TV, digitale Set-Top-Boxen, Home-Audio, AV-Zubehör, Videogames und Notebooks.

Mit einem kumulierten Umsatz von knapp 3,9 Milliarden Euro stellt der TV-Bereich das größte Volumen dar. Die Bundesbürger kaufen 2008 nach wie vor überwiegend TV-Geräte mit großen Bilddiagonalen und gehobener, zukunftssicherer Ausstattung. Bei den Stückzahlen verzeichnen die LCD- und Plasma-TVs ein Wachstum von 52 bzw. 38 Prozent. Aufgrund des Preisverfalls konnte aber im TV-Bereich nur eine Umsatzsteigerung von 26,8 Prozent erreicht wer-den. Bei den digitalen Set-Top-Boxen gab es Steigerungen von fünf Prozent bei den Stückzahlen und 8,6 Prozent beim Umsatz. Ursache dafür sind die fortschreitende Digitalisierung der Übertragungswege sowie die Mehrverkäufe von Empfangsboxen für das hoch auflösende Fernsehen HDTV.

Bei den digitalen Kameras wiederum führte ein Mengenwachstum von 9,4 Prozent aufgrund des Preisverfalls nicht zu einem Umsatzwachstum (die GfK nennt das Kind beim Namen, siehe weiter unten). Im Bereich Home-Audio hat sich die positive Entwicklung mit 6,4 Prozent mehr Umsatz fortgesetzt. Navigations-Geräte mussten trotz einer um 25 Prozent höheren Stückzahl aufgrund des Preisverfalls einen Umsatzrückgang um 13,5 Prozent hinnehmen. Im Bereich der Videogames setzte sich die kräftige Belebung des Marktes mit insgesamt 19 Prozent mehr Umsatz fort. Notebooks stechen bei den privat genutzten IT-Produkten erneut mit einer Steigerung von 52 Prozent bei den Stückzahlen und 19 Prozent beim Umsatz hervor. Der Umsatzrückgang im Bereich der privat genutzten Telekommunikation ist hauptsächlich auf den Umsatzrückgang von mehr als 15 Prozent bei Mobiltelefonen zurückzuführen.

Für das letzte Quartal 2008 rechnen die Marktforscher mit einem guten Weihnachtsgeschäft. Die attraktiven Consumer Electronics-Produkte stehen auch in diesem Jahr auf den Wunschzetteln der Bundesbürger ganz oben. Für das Gesamtjahr, das aufgrund der Sportereignisse – Fußball-EM und Olympia – im ersten Halbjahr besonders geprägt wurde, rechnen die Marktforscher mit ei-nem kumulierten Umsatzwachstum von rund zwei Prozent im Markt für Consumer Electronics in Deutschland.

Wie gesagt: Bei der GfK ist der Zungenschlag etwas anders: So liest man im TEMAX-Bericht, der Markt für Elektrogeräte sei nach einem erfolgreichen Start ins Jahr 2008 im dritten Quartal geschrumpft.

Kumuliert über die ersten drei Quartale errechnet die GfK ein Marktvolumen von 29,5 Milliarden Euro, was im Vergleich zum Vorjahr immer noch einem Wachstum von 2 Prozent entspräche (in die Betrachtung der Gesellschaft für Konsumforschung fließen unter anderem Elektrohausgeräte mit ein, das erklärt den Unterschied zu den CEMIX-Daten). Insgesamt aber hätten geringere Zuwächse und rückläufige Bereiche das Gesamtbild leicht eingetrübt.

Die GfK weiter: Der Bereich Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) fiel zum ersten Mal in diesem Jahr ins Minus und verlor 1,8 Prozent. Auf dem Fotomarkt gingen die Umsätze hingegen deutlicher zurück (minus 7,8 Prozent), und auch die Talfahrt im Telekommunikationssektor hielt mit einem Minus von 14,5 Prozent ungebrochen an. Der IT-Sektor sowie die Unterhaltungselektronik dagegen stagnierten mit 0,1 Prozent beziehungsweise 0,0 Prozent.

Positiv entwickelten sich mit einem Plus von 1,8 beziehungsweise 3,9 Prozent die Elektrogroßgeräte sowie die Elektrokleingeräte, die damit Spitzenreiter beim Umsatzwachstum im dritten Quartal waren.

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