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Carl Zeiss: Weitere Kostenreduktionen nötig - Entlassungen möglich

13.05.2009

Die weltweite Rezession ist auch für Carl Zeiss spürbar: Der eindeutig negative wirtschaftliche Trend hat sich auch im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 fortgesetzt und verstärkt. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise treffen derzeit insbesondere die Bereiche Halbleitertechnik und Industrielle Messtechnik, die deutliche Einbrüche bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis zu verzeichnen haben. Damit ist auch die diesen Bereichen zuliefernde Vorproduktion erheblich betroffen.

Der Unternehmensbereich Medizintechnik, der zum größten Teil aus der börsennotierten Carl Zeiss Meditec AG besteht, sowie die Bereiche Mikroskopie und Optronik entwickeln sich dagegen stabil positiv.

Insgesamt kann der Carl Zeiss Konzern dadurch den konjunkturellen und auftragsbedingten Umsatzeinbruch seit Beginn des Geschäftsjahres jedoch nicht ausgleichen. Der Vorstand sieht momentan zudem keine Signale für eine wirtschaftliche Erholung. Die laufenden Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Reduktion der Personalkosten reichen nicht aus, um die negative Ergebnissituation des Konzerns im notwendigen Maß auszugleichen.

Das Unternehmen hat deshalb die Arbeitnehmerseite und Gewerkschaftsvertreter zu Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan sowie ergänzende tarifrechtliche Regelungen im Rahmen eines „Gesamtpakets zur Bewältigung der wirtschaftlichen Situation“ aufgefordert. Die Gespräche sollen noch im Mai beginnen und zügig abgeschlossen werden. Im Ergebnis sind kurzfristige Senkungen der Personalkosten in Höhe von zirka 120 Millionen Euro zu vereinbaren. Auch betriebsbedingte Kündigungen können nicht ausgeschlossen werden.

„Während der Rezession haben die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze höchste Priorität. Bei den Verhandlungen wollen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um als Technologieunternehmen das Know-how der Mitarbeiter im Unternehmen zu halten“, so Dr. Dieter Kurz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG.

In einem ersten Schritt haben sich Carl Zeiss und die Industriegewerkschaft Metall darauf verständigt, die für Mai 2009 vorgesehene Erhöhung der Tarifgehälter um 2,1 Prozent bis zum Abschluss der Verhandlungen auszusetzen. Eine Verschiebung der Tariferhöhung soll im Rahmen des Gesamtpakets mit verhandelt werden. An internationalen Standorten der Carl Zeiss AG sind ähnliche Maßnahmen bereits erfolgt und werden weiter umgesetzt.

Für die Zeit nach der Krise gelte es jetzt, die notwendigen Schritte einzuleiten. Dazu gehöre auch, die Strukturen des Unternehmens weiter an künftige Markt- und Kundenerfordernisse anzupassen. Die weltweite Rezession beschleunige die Marktveränderungen. Carl Zeiss werde deshalb notwendige mittel- und langfristige Strukturanpassungen auf die Tagesordnung der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern setzen.

Über den Fortgang der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und den Vertretern der Industriegewerkschaft Metall will Carl Zeiss informieren, sobald Ergebnisse erzielt werden.

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