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bvh: „Freiheit für Markenartikel im Internet“

14.04.2010

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) fordert uneingeschränkte Verkaufsfreiheit für Markenartikel im Internet. Der Verband kritisiert den Entwurf der EU-Regeln für den Internet-Vertrieb von Waren, die ab Juni gelten könnten. Christoph Wenk-Fischer, Stv. bvh-Hauptgeschäftsführer, sagt: „Die Regeln erlauben es Warenherstellern weiterhin, reine Internet-Händler vom Vertrieb auszuschließen, wenn diese nicht zusätzlich Ladengeschäfte betreiben.“ Damit werde der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel benachteiligt.

Der bvh hat sich mit dem Europäischen Verband für Online- und Versandhandel Emota und Partnerverbänden aus den Nachbarländern an die EU-Kommission gewandt und Änderungen gefordert. „Der Gesetzgeber sollte die Entwicklung des Internets fördern, anstatt sie auszubremsen.“ Beschränkungen des Internet-Vertriebs seiene angesichts der rasanten Branchenentwicklung nicht mehr zeitgemäß, so Wenk-Fischer. „Der Online-Handel muss den anderen Vertriebsformen gleichgestellt werden. Davon profitieren die Kunden durch ein noch besseres Angebot und transparente Preise.“

Die EU-Kommission berät derzeit eine Neufassung der vertikalen Gruppenfreistellungsverordnung (GVO vertikal). Die alte Norm aus dem Jahr 1999 läuft Ende Mai aus. Noch aus der Entstehungszeit der Verordnung stammt die Regelung, dass Hersteller den Internet-Vertrieb ihrer Produkte auf Händler beschränken können, die ihre Waren nicht nur online vertreiben, sondern mindestens ein oder mehrere Ladengeschäfte unterhalten. Allerdings hätten sich die wirtschaftliche Bedeutung des Online-Handels und das Käuferverhalten seit dieser Zeit rapide verändert, meint der bvh. Der Internet-Umsatz mit Waren stieg laut der bvh/TNS Infratest-Studie „Distanzhandel in Deutschland 2009“ auf mehr als das Fünfzehnfache, in Summe 15,5 Milliarden Euro (Jahr 2000: rund eine Milliarde Euro). Laut der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse ACTA stieg die Zahl der deutschen Online-Käufer von 12,9 Millionen in 2001 auf 32,5 Millionen im vergangenen Jahr.

„Die Kaufbereitschaft der Deutschen im Internet ist ungebrochen und wird weiter zunehmen“, so Wenk-Fischer. Daher sei es an der Zeit, die Beschränkungen des Online-Handels endlich aufzuheben und das Internet als gleichberechtigten Vertriebskanal anzuerkennen.

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