Nach Angaben der Financial Times Deutschland muss die deutsche Tochter des taiwanischen Konzerns BenQ, die Münchener BenQ Mobile, in den kommenden Tagen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München stellen. Dies sagte ein Sprecher am heutigen Donnerstag. So soll das taiwanische Unternehmen, das die Handysparte von Siemens im vergangenen Jahr übernommen hatte, die Zahlungen an die Tochter in Deutschland eingestellt haben. Das Geschäft mit Mobiltelefonen werde künftig von Asien aus fortgesetzt, hieß es.
BenQ Mobile, in Deutschland bislang mit 3.000 Mitarbeitern unterwegs, hatte schon in den letzten Siemens Mobile-Zeiten mit Qualitätsproblemen zu kämpfen und wichtige Trends verschlafen. Der Verkauf der abstürzenden Handysparte an BenQ hatte zu einem deutlichen Vertrauensverlust der Kunden geführt, die im großen Stil zu anderen Handymarken wechselten. Das Ergebnis waren starke Marktanteils- und Umsatzverluste gewesen, die auch das Engagement der Mutter BenQ nicht aufhalten konnte.
"Seit Oktober 2005 haben wir eine übermäßige Menge an Kapital und Ressourcen in unsere deutsche Mobiltelefontochter gesteckt", so Konzernchef K.Y. Lee in Taipeh. Trotz der Fortschritte bei Kostensenkungen und Ausgabenkürzungen sei aufgrund steigender Verluste diese schmerzliche Entscheidung unvermeidlich gewesen.

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