Vor einem Mangel an Bewerbern für Ausbildungsplätze im Einzelhandel warnt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). In der neuesten Ausgabe des Handelsjournals sagt der HDE-Bildungsexperte Wilfried Malcher mit Blick auf die demografische Entwicklung: „Vielerorts sinkt die Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen. Der Bewerberrückgang trifft den Handel schwerpunktmäßig bereits im Osten; und in den westlichen Ballungsregionen ist es weiterhin schwer für Handelsunternehmen, angebotene Ausbildungsplätze auch zu besetzen.“
Gemeinsam mit HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth (Foto) appelliert er an die Handelsunternehmen, „auch in diesem Jahr wieder möglichst viele Ausbildungsverträge abzuschließen.“ Bislang ist die Ausbildungsleistung des Handels überdurchschnittlich: Deutlich höhere Zuwachsraten bei den Ausbildungsverträgen (plus 13,8 Prozent von 2003 bis 2009) und mehr ausbildende Betriebe (plus elf Prozent) als in der Gesamtwirtschaft machen den Handel zum Bildungsträger der Nation. Die Unternehmen haben dabei mit Problemen zu kämpfen. So nimmt die Qualität der Bewerber ab, wie Jens Kettler, Vorsitzender des HDE/BAG-Bildungsausschusses dem Handelsjournal erläutert: „Den Bewerbern fehlen nicht selten die klassischen Qualifikationen für eine Ausbildung im Einzelhandel.“
Zu oft müssten Händler in der Ausbildung Nachhilfeunterricht leisten, ergänzt Malcher und fordert, die frühkindliche Bildung zu verbessern, kleinere Klassen einzurichten, jeden Schüler zu fördern und zu fordern und die Schulen zu modernen Bildungshäusern weiter zu entwickeln.

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