Die vor allem von den Mitarbeitern, aber auch vielen Kunden und weiteren Branchenbeteiligten erhoffte Übernahme der AgfaPhoto GmbH durch die britische Photo Me International (KIS, Gretag) ist offenbar in letzter Sekunde geplatzt. Nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses, die am 18. 10. um 17.00 Uhr begann, sandte AgfaPhoto-Unternehmenssprecher Thomas Schulz in der Nacht zum Mittwoch, den 19. 10. 2005, folgende Presseinformation, die wir hier im Wortlaut wiedergeben:
„Geschäftsführung und Gläubigerausschuss der AgfaPhoto GmbH haben sich eindeutig gegen das heute vorgelegte abschließende Angebot des britischen Fotoautomatenherstellers Photo Me International (PMI) für die Übernahme der AgfaPhoto GmbH entschieden. Die Konditionen des von PMI übermittelten, „nicht mehr verhandelbaren“ Angebots haben sich gegenüber dem Verhandlungsstand unmittelbar vor der Gläubigerversammlung vor acht Tagen dramatisch verschlechtert. Insbesondere die angestrebte, rechtlich zwingende Arbeitsplatzgarantie findet sich in dem Vertragsentwurf von PMI nicht wieder. Der Entwurf enthält daneben noch zahlreiche weitere Verschlechterungen.
„Seit der Gläubigerversammlung in der vergangenen Woche hat sich die AgfaPhoto Holding in der Frage der Marken- und Lizenzrechte deutlich bewegt. An dieser Stelle hatten wir eine tragfähige Lösung. Umso erstaunlicher war für uns das heute vorgelegte Angebot, das sich nicht nur dramatisch verschlechtert hat, sondern uns gegenüber auch als „nicht verhandelbar“ präsentiert wurde“, sagte Hans-Gerd Jauch, Geschäftsführer der AgfaPhoto GmbH.
„Gläubigerausschuss und Geschäftsführung haben den Vertragsentwurf heute intensiv diskutiert und hätten viele Zugeständnisse gemacht, um die große Lösung für die AgfaPhoto GmbH zu realisieren. Der vorliegende Vertragsentwurf enthielt allerdings zu viele Unzumutbarkeiten“, sagte Dr. Andreas Ringstmeier, Sachwalter der AgfaPhoto GmbH. Geschäftsführung und Sachwalter werden nun die Verhandlungen mit Investoren aufnehmen, die bislang in der zweiten Reihe standen, um mögliche Insellösungen zügig abzuschließen.“ Soweit der Inhalt der offiziellen Presseinformation, die in der Nacht zum Mittwoch bekannt wurde.
Anmerkung der Redaktion: Nachdem der Verkauf des gesamten Unternehmens AgfaPhoto nun wohl endgültig gescheitert ist, könnte Fujifilm den Zuschlag für den Großfinishingbereich (rund 60 Mitarbeiter) erhalten. Presseberichten zufolge hatten sich die Japaner vor wenigen Tagen vorsorglich schon mal das O.K. von den Kartellbehörden für die Übernahme eingeholt. Darüber hinaus gibt es, wie Unternehmenssprecher Thomas Schulz vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit INPHO erläuterte, eine Reihe weiterer Interessenten für Teilbereiche der insolventen AgfaPhoto. INPHO wird über das Schiksal von AgfaPhoto weiter berichten (müssen).
Link: www.agfaphoto.de

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