Offenbar nehmen die CE-Hersteller das Thema 3D-Fernsehen inzwischen doch sehr ernst: So haben zwei namhafte Unternehmen der Branche bereits Zahlen herausgegeben, wieviele Geräte sie zunächst bis Jahresende absetzen wollen. Samsung etwa spricht von zwei Millionen 3D TVs, die bis Ende 2010 ihren Weg in die weltweiten Wohnzimmer finden sollen. Wie schon zuvor in anderen Sparten wolle man sich auch in diesem Segment die Marktführerschaft sichern, so B.K. Yoon, President Visual Display bei Samsung.
Auch die Koreaner wissen, wie wichtig in diesem Zusammenhang die Content-Frage ist. Darum stehen bei Samsung eine Kooperation mit dem Animationsstudio Dreamworks sowie mit dem europäischen Sat-Betreiber SES Astra auf der Agenda. Um die Konsumenten außerdem auf den Geschmack auf mehr Tiefe auf der Mattscheibe zu bringen, gibt es in allen 3D-Fernsehen der Koreaner einen 3D-Prozessor, der auf Wunsch 2D-Inhalte in dreidimensionale Bilder umwandelt. Dies kommuniziert der CE-Konzern unter anderem im Rahmen der Kampagne "A new dimension in TV" ("Eine neue Dimension im Fernsehen").
Bei Sony, die sich mit Prognosen und Zahlen nicht so deutlich aus dem Fenster lehnen, baut man ebenfalls auf die Zugkraft der Inhalte und setzt bekanntlich im Verbund mit der FIFA alles daran, durch WM-Spiele in drei Dimensionen in Kinos, beim Public Viewing sowie im TV den 3D-Ball so richtig ins Rollen zu bringen.
Panasonic wiederum hatte sich auf ein anderes Sportevent verlegt: So hat man sich für die Übertragung der French Open aus Paris (Ende Mai und Anfang Juni) mit den europäischen Sendern Orange sowie Eurosport zusammen getan, die für eine europaweite Ausstrahlung des Tennis-Events sorgen. Dreidimensionale Bilder vom Ascheplatz gibts aber nicht in heimischen Wohnzimmern, sondern bei europaweit 3.000 Fachhändlern zu sehen.
Panasonic übrigens hat auch sehr konkrete Vorstellungen, wieviele 3D-Fernseher man bis Jahresende absetzen will: So gab Laurent Abadie, CEO von Panasonic Europe und Executive Officer der Panasonic Corporation Japan, im Umfeld der French Open bekannt, man wolle bis Jahresende weltweit eine Million 3D-TV-Geräte verkaufen. Da das japanische Unternehmen in der Regel zu konservativen Prognosen neigt, darf die Zahl als realistisch eingeschäftzt werden.
Bei den Zahlen von Samsung und Panasonic scheint aber nicht nur der Wunsch der Hersteller der Vater des Gedankens zu sein: So haben etwa die Marktforscher von Screen Digest ebenfalls eine Prognose für den 3D-TV-Bereich ausgegeben. Demnach soll es bis 2015 eine Penetration von 3D-TV-Sets in Europa von etwa 20 bis 25 Prozent geben. Bis Ende dieses Jahres erwarten Experten außerdem die Veröffentlichung von rund 50 in drei Dimensionen gefilmten und/oder animierten Filmen auf Blu Ray.

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